BAföG für Zugewanderte mit ausländischem Hochschulabschluss

Studieren mit Geld vom Staat

Studierende in Deutschland können Geld vom Staat erhalten, wenn die Eltern ihnen den Lebensunterhalt nicht finanzieren können. Das ist geregelt im Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Dieses Gesetz gilt für die Bevölkerung in Deutschland, also für Ausländer/-innen mit Aufenthaltsrecht genauso wie für Deutsche.
Aber der Weg zum BAföG für Zugewanderte mit ausländischem Hochschulabschluss ist oft voller Hindernisse…

Wenn Sie im Ausland schon studiert haben…

Für Zuge­wanderte, die im Ausland schon einmal studiert haben, ist der Zugang zur Förderung jedoch oft schwierig. Die deutsche Staatsangehörigkeit, die Sie vielleicht inzwischen bekommen haben, ändert daran nichts. In diesem Artikel geht es um die Frage: Bekommt man Studienförderung nach dem BAföG, auch wenn man schon einen ausländischen Abschluss hat?

In Deutschland noch einmal studieren?

Viele Zuwandernde kommen mit einem ausländischen Abschluss. Oft müssen sie feststellen, dass sie mit ihrem Abschluss auf dem deutschen Arbeitsmarkt keine qualifizierte Arbeit finden können. Dann kann es sinnvoll sein, in Deutschland noch einmal zu studieren und einen deutschen Abschluss zu machen. Aber wovon soll man während des Studiums leben?
Dafür gibt es BAföG. Aber in diesem Gesetz steht, dass man keine Förderung bekommt, wenn man schon einen berufsqualifizierenden Abschluss hat. Auch wenn dieser Abschluss nur im Ausland in eine qualifizierte Berufstätigkeit führt und in Deutschland nicht…

Gesetz, Entscheidungen der Gerichte und die Verwaltungsvorschriften stimmen nicht überein

Viele unserer Stipendiat/-innen waren auf finanzielle Unterstützung angewiesen, weil ihre BAföG-Anträge abgelehnt wurden. Doch in vielen Fällen gibt es in Wirklichkeit einen Anspruch auf BAföG trotz ausländischenm Abschluss! Die Ämter für Ausbildungs­förderung setzen die Gerichts­urteile, die es zur Förderung von Zugewanderten gibt, oft nicht richtig um.
Das Thema “BAföG für Zugewanderte mit ausländischem Hochschulabschluss” ist aber auch ziemlich kompliziert. Die BAföG-Ämter sind mit der besonderen Situation zugewanderter Akademiker/-innen oft über­fordert. Die Verwaltungsvorschriften zum BAföG wurden seit 2013 nicht mehr überarbeitet und berücksichtigen neuere Entscheidungen der Gerichte nicht.

Ratgeber für Sie, für Beratende und Anwälte

Wir haben deshalb zu diesem Thema einen Ratgeber erarbeitet, um zuge­wanderte Akademiker/-innen über ihre Rechte zu informieren. Sie können damit abschätzen, ob Sie eine Chance auf finanzielle Studien­förderung nach dem BAföG haben und ob es sich für Sie lohnt, einen Antrag beim Amt für Ausbildungs­förderung zu stellen.
Vielleicht wird Ihr Antrag zunächst abgelehnt. Unser Ratgeber kann Ihnen und Ihrem Rechtsanwalt oder Ihrer Rechtsanwältin helfen, Widerspruch gegen einen Ablehnungs­bescheid einzulegen. Wenn der Widerspruch nicht hilft, muss Ihre Anwältin oder Ihr Anwalt das Amt für Ausbildungs­förderung vor Gericht verklagen. Dabei können die Hinweise auf frühere Gerichts­urteile helfen, die Sie in den Fußnoten unseres Ratgebers finden.

Erste Orientierung: ein Schaubild

Als Orientierungs­­hilfe gibt es am Anfang des Ratgebers ein Schaubild zum BAföG für Zugwanderte mit ausländischem Hochschulabschluss. Alternativ ist auch der Fall berücksichtigt, dass Sie Ihr Studium im Ausland nicht abschließen konnten und nun in Deutschland noch einmal studieren wollen.
Das Schaubild ist hier auf der Webseite schon einmal in vereinfachter Form abgebildet Manche Fragen in dem Schaubild lassen sich ganz einfach beantworten. Sie erscheinen auf blauem Hintergrund. Bei anderen Fragen geht es um Bewertungen, die oft umstritten sind. Sie erscheinen deshalb auf orangem Hintergrund. Diese Fragen kann man nur verstehen, wenn man dazu den Text im Ratgeber liest.

BAföG für Zugewanderte mit ausländischem Hochschulabschluss
Der Ratgeber ist ein regelmäßig aktualisiertes pdf-Dokument

Das Schaubild steht als interaktive Navigation noch einmal am Anfang unseres Ratgebers, den Sie unten herunterladen können. Dort können Sie mit Hyperlinks zwischen den einzelnen Fragen im Schaubild und den dazu gehörenden Abschnitten im Text hin- und herspringen. Auch innerhalb des Textes können Sie mit Hyperlinks navigieren.

Ihr BAföG-Antrag wurde abgelehnt?

Vielleicht haben Sie früher einmal einen BAföG-Antrag gestellt und vom Amt für Ausbildungs­förderung einen Ablehnungs­bescheid erhalten. Und vielleicht haben Sie sich damit zufrieden gegeben und haben gedacht: Da kann man nichts machen. Und vielleicht denken Sie jetzt, nachdem Sie unseren Ratgeber gelesen haben, dass die Ablehnung Ihres Antrags nicht richtig war. Aber mit Ihrem Studium sind Sie längst fertig.

Wir sammeln alte Ablehnungsbescheide!

Wenn es so ist, dann melden Sie sich bitte über unser Kontaktformular. Wir geben Ihnen dann die e-mail-Adresse, an die Sie bitte Ihren Ablehnungs­bescheid und alle weiteren Dokumente und Informationen schicken, die Sie damals beim Amt für Ausbildungs­förderung eingereicht oder vom Amt bekommen haben. Wenn Sie wegen BAföG vor Gericht gegangen sind, schicken Sie uns das Urteil des Gerichts.

Wir setzen uns dafür ein, dass das Gesetz geändert wird. Das BAföG muss so formuliert werden, dass Zugewanderte mit Auslands­studium oder Auslands­abschluss ihre Rechte im Gesetzes­text klar erkennen können. Auch für die Ämter für Ausbildungs­förderung muss das Gesetz einfacher anwendbar werden. Damit das geschieht, wollen wir die Fehler dokumentieren, die in der Verwaltungs­praxis gemacht werden. Und wir wollen den BAföG-Ratgeber ständig verbessern und aktualisieren. Dazu brauchen wir Ihre Mithilfe! Vielen Dank!