BAföG: Finanzielle Studienförderung für zugewanderte Ausländer und Deutsche

Das Bundesausbildungs­förderungs­gesetz (BAföG) regelt die finanzielle Förderung eines Studiums in Deutschland. Es gilt für die Bevölkerung in Deutschland, also für Ausländer/-innen genauso wie für Deutsche. Für Zuge­wanderte, die im Ausland schon einmal studiert oder sogar einen Abschluss erworben haben, kann der Zugang zur Förderung jedoch schwierig sein, sogar dann, wenn sie die deutsche Staats­angehörig­keit haben. Viele unserer Stipendiat/-innen waren auf finanzielle Unterstützung angewiesen, weil ihre BAföG-Anträge abgelehnt wurden. Die Ämter für Ausbildungs­förderung setzen die Gerichts­urteile, die es zur Förderung von Zugewanderten gibt, oft nicht richtig um. Die Sache ist aber auch ziemlich kompliziert. Die BAföG-Ämter sind wohl mit der besonderen Situation zugewanderter Akademiker/-innen oft über­fordert.
Wir haben deshalb zu diesem Thema einen Ratgeber erarbeitet, um zuge­wanderte Akademiker/-innen über ihre Rechte zu informieren. Sie können damit abschätzen, ob Sie eine Chance auf finanzielle Studien­förderung haben und ob es sich für Sie lohnt, einen Antrag beim Amt für Ausbildungs­förderung zu stellen. Vielleicht wird Ihr Antrag zunächst abgelehnt. Unser Ratgeber kann Ihnen und Ihrem Rechtsanwalt oder Ihrer Rechtsanwältin helfen, Widerspruch gegen einen Ablehnungs­bescheid einzulegen. Wenn der Widerspruch nicht hilft, muss Ihre Anwältin oder Ihr Anwalt das Amt für Ausbildungs­förderung vor Gericht verklagen. Dabei können die Hinweise auf frühere Gerichts­urteile helfen, die Sie in den Fußnoten unseres Ratgebers finden.
Als Orientierungs­­hilfe gibt es am Anfang des Ratgebers ein Schaubild, das unten in vereinfachter Form abgebildet ist. Manche Fragen in dem Schaubild lassen sich ganz einfach beantworten. Sie erscheinen auf blauem Hintergrund. Bei anderen Fragen geht es um Bewertungen, die oft umstritten sind. Sie erscheinen deshalb auf orangem Hintergrund. Diese Fragen kann man nur verstehen, wenn man dazu den Text im Ratgeber liest.
Deshalb steht das Schaubild als interaktive Navigation noch einmal am Anfang unseres Ratgebers, den Sie unten herunterladen können. Mit Hyperlinks können Sie zwischen den einzelnen Fragen im Schaubild und den dazu gehörenden Abschnitten im Text hin- und herspringen. Auch innerhalb des Textes können Sie mit Hyperlinks navigieren.

Vielleicht haben Sie früher einmal einen BAföG-Antrag gestellt und vom Amt für Ausbildungs­förderung einen Ablehnungs­bescheid erhalten. Und vielleicht haben Sie sich damit zufrieden gegeben und haben gedacht: Da kann man nichts machen. Und vielleicht denken Sie jetzt, nachdem Sie unseren Ratgeber gelesen haben, dass die Ablehnung Ihres Antrags nicht richtig war.
Wenn es so ist, dann melden Sie sich bitte über unser Kontaktformular. Wir geben Ihnen dann die e-mail-Adresse, an die Sie bitte Ihren Ablehnungs­bescheid und alle weiteren Dokumente und Informationen schicken, die Sie damals beim Amt für Ausbildungs­förderung eingereicht oder vom Amt bekommen haben. Wenn Sie wegen BAföG vor Gericht gegangen sind, schicken Sie uns das Urteil des Gerichts.
Vielleicht ist es für Sie zu spät, jetzt noch Geld zu bekommen, weil Sie Ihr Studium längst abgeschlossen haben. Aber wir wollen fehlerhafte Ablehnungs­bescheide sammeln. Wir wollen damit erreichen, dass das Gesetz geändert wird. Das BAföG muss so formuliert werden, dass Zugewanderte mit Auslands­studium oder Auslands­abschluss ihre Rechte im Gesetzes­text klar erkennen können. Auch für die Ämter für Ausbildungs­förderung muss das Gesetz einfacher anwendbar werden. Damit das geschieht, wollen wir die Fehler dokumentieren, die in der Verwaltungs­praxis gemacht werden. Und wir wollen den BAföG-Ratgeber ständig verbessern und aktualisieren. Dazu brauchen wir Ihre Mithilfe! Vielen Dank!

Studienförderung – Stiefkind der Willkommenskultur

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Viele Hochschulen sind stolz auf ihre Attraktivität für Auslandsstudierende – also junge Leute aus anderen Ländern, die zum Studieren nach Deutschland kommen. […]